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Der Euro in Schieflage

Gut in schlechten Zeiten, schlecht in guten Zeiten?

Österreich, aber vor allem Deutschland, waren im vergangenen Jahrzehnt gekennzeichnet von starker Zurückhaltung bei Konsum und Verschuldung. Dies bedeutet normalerweise wenig Wachstum, außer man findet jemanden, der einem Waren und sein Erspartes mit Gewinn abnimmt.

Griechenland war so ein Land, aber auch andere heute als Problemländer bezeichnete Staaten. Normalerweise sollte so eine Situation nicht allzu lange dauern, denn irgendwann wird die Bonität eines Landes hinterfragt, auch die Währung kommt unter Druck und stoppt schließlich dieses Ungleichgewicht.

 

 

Report 1+2/2010


Langfristige Lösung erforderlich

Im Euroland funktioniert dies aber nicht. Mitglied im Euroraum zu sein bedeutete bis vor kurzem, dass eine Abwertung unmöglich, ein Staatsbankrott de facto unmöglich ist. Daher hat man auch den sogenannten Stabilitäts- und Wachstumspakt erfunden, der verhindern sollte, dass eine Situation eintritt, in der ein Land unter dem Deckmantel der Stabilität des gesamten Währungsraumes eine "unsolide" Wirtschaftspolitik macht. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt hat nicht funktioniert.

Wir brauchen also nicht nur eine kurzfristige Lösung des griechischen Problems, sondern eine europäische, verpflichtende Wirtschaftspolitik, zumindest eine Fiskalpolitik. Angesichts der großen Schwierigkeiten, die schon bei der Lösung des relativ simplen Griechenlandproblems auftraten, eine große Herausforderung.

Zusammenfassend muss man sagen, dass der Euro eine große Hilfe am Höhepunkt der Finanzkrise war, da er zumindest für die Länder innerhalb des Euroraumes Währungsschwankungen unmöglich machte.

Jahrelanger "Weg zurück"

Gleichzeitig unterstützte der Euro jedoch in den guten Zeiten vor der Krise den Aufbau von Ungleichgewichten, die so vielleicht größer werden konnten als ohne Euro. Der Euro erschwert natürlich nun auch die Auflösung der Ungleichgewichte, da er den Weg über eine nominelle Abwertung versperrt.

Der nun zu beschreitende Weg der realen Abwertung wird für jene Länder, die ihn gehen müssen, allen vor Griechenland, auch bei Lösung des derzeitigen Finanzierungsproblems eine große Herausforderung. Er läuft über jahrelange Deflation mit all ihren negativen Folgen für Beschäftigung und Einkommen.

Ob dafür mehr als nur "technische Unterstützung" durch den Weltwährungsfonds notwendig sein wird, werden wir sehen. Auch, ob noch weitere Länder diese "technische Unterstützung" brauchen werden, werden die nächsten Monate zeigen.

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria.